Naturenergie AG lieber ohne Kritik

Tobias Daur am 25. Mai 2011

Die Naturenergie AG vertreibt Strom aus Wasserkraftwerken. Wie sie das macht, und wie sie mit der Atomlobby verbunden ist, wird unter anderem im Klima-Lügendetektor vom 24. März kritisiert. Und das dürfte dem Unternehmen nicht gefallen …Bei dem Beitrag geht es darum, dass die Ausgliederung von Strom aus alten Wasserkraftwerken aus dem normalen Strommix, was der Naturenergie AG unterstellt wird, ohne Nutzen für das Klima ist. Denn dadurch verändert sich die Zusammensetzung des erzeugten Stroms nicht. Dazu muss man wissen, dass die Naturenergie AG über ein weiteres Unternehmen eine Tochter der EnBW ist, einem der vier Konzerne, die in Deutschland die AKWs betreiben. Deren Vorstandschef Hans-Peter Villis kündigte im Februar auch noch die Kürzung der Investitionen in Ökostrom an.

Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald kritisiert in einem eigenen ENBW-Flyer (Download als PDF) das Unternehmen für seine in Planung befindlichen Steinkohlekraftwerke und den Betrieb der AKWs Phillipsburg, Neckarwestheim und Fessenheim.

Wundersames auf Wikipedia

Interessant ist in dem Zusammenhang, was sich auf Wikipedia tut: In dem Wikipedia-Eintrag vor dem 14. März 2011 war der erste Abschnitt auf der Seite über die Naturenergie AG noch mit „Kritik“ überschrieben und enthielt eine Aufzählung der aus Sicht u.a. der Umweltverbände problematischen Punkte des Unternehmens. Ein Abschnitt übrigens, der schon seit dem Anlegen der Seite 2008 existierte.

Seit dem 14.03.2011, drei Tage nach der nuklearen Katastrohpe in Fukushima, ist dieser Punkt entfernt worden, ersatzlos. Geändert von einem anonymen Nutzer, natürlich. Und unter dem Vorwand fehlender Quellenangaben. So sieht das dann im Versionsvergleich aus:

Screenshot der Unterschiede vor und nach dem 11. März 2011

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Nun, die Quellenangaben für die Kritik an der Naturenergie AG lassen sich ja nun nachliefern.

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